Dominanter Sieg gegen Sluggers (27.5.18)

Unseren Saisonauftakt hatten wir bei den Sluggers verloren, und zwar mit 5 Runs Unterschied. Um unser Schicksal für den Rest der Saison in unseren eigenen Händen zu halten, war also im Rückspiel ein Sieg nötig mit mehr als 5 Runs Unterschied. Das wussten wir Trainer, aber wir versuchten, diesen Umstand nicht an die große Glocke zu hängen.

In der Nationalmannschaft will man harte Hunde und sucht neben anderen Spielertypen wie Pitbulls auch sogenannte Ratten, die immer einen Weg finden (wortwörtlich, Leute, ich stand bei einem Training dabei und hörte bei einer Ansprache zu). Das ist ein möglicher Weg, und ich reiße diese Aussage natürlich etwas aus dem Zusammenhang der ganzen Ansprache. Wir bei den Roadrunners haben aber entweder nur wenige Ratten im Team oder sind einfach zu der Überzeugung gelangt, am besten spielt unser Team ohne Druck.

Denn eins ist beim Baseball besonders: jeder im Stadion sieht, wer einen Fehler macht1. Der Pitcher wirft vier Balls: sein Fehler. Der Batter schwingt dreimal leer: sein Fehler. Der Shortstop wirft zu soft zur 1B und der Ball verhungert vorher: sein Fehler. Im Outfield lässt jemand einen Ball aus dem Handschuh kullern: sein Fehler. Alle sehen das und jeder Spieler und jede Spielerin müssen sich mit dem eigenen Scheitern auseinander setzen - das ist Teil von Baseball. Damit müssen wir lernen, umzugehen. Das ist im Baseball normal, sowas gehört eben dazu.

Aber weiteren, darüber hinaus gehenden Druck wollen wir nicht. Kommt Angst vor dem Scheitern hinzu, scheitert man eben zwangsläufig. Das wollen wir nicht. Also wäre mir fast am liebsten, wir zeigen sogar während des Spiels den Score nicht an. Fragt ein Spieler, wie es steht: „0:0!“

An der Stelle gleich mal, was wir noch so wollen, wenn unsere Teams Baseball spielen:

  • Baseball-Regeln und den Spirit des Spiels einhalten
  • Auf die Coaches hören
  • Immer mind. bis zur 1st Base rennen
  • das Equipment gut behandeln (egal, ob Deins oder fremdes)
  • NIEMALS mit Umpires argumentieren
  • aufs Feld und vom Feld herunter rennen
  • Die Ziele des Teams sind wichtiger als Deine eigenen
  • Deine Teamkameraden ermuntern und sie immer wieder aufbauen
  • Kleidung sitzt ordentlich, damit sie uns nicht ablenkt
  • Wenn wir auf dem Feld sind, geben wir alles

Und wenn wir das alles einhalten (vor allem den letzten Punkt) und immer fleissig trainieren mindestens zwei Mal pro Woche, dann werden wir deutlich öfter gewinnen als verlieren. Und wenn wir verlieren, hat sich das der Gegner erarbeitet, damit kommen wir klar.

Zum Spiel, das eben wichtig war, aber das war den Spielern nicht zwangsläufig klar: sie sollten ohne Druck einfach nur ihren Stiefel runterspielen. Seit der Teamreise nach Regensburg spüren wir beim Training einen anderen Geist: das ist jetzt ein Team!

1. Inning

Für uns fängt Hugo an zu pitchen: Groundout zu Shima an 2B. Danach ein Single, der Runner bleibt aber erstmal, wo er ist aus Respekt vor Alex’ Arm. Hugo macht ein Strikeout und nun schicken die Sluggers den Runner doch noch zur 2B, wo Alex’ Wurf im Handschuh war, aber der Runner war safe. Es folgte ein Single, dass den Runner nach Hause brachte. Und dann machte Hugo mit einem weiteren Strikeout Schluß mit dem Inning.

Wir sind dran: Hugo schlägt ein Single, Alex folgt mit einem extrem lauten, harten Grounder direkt in den Handschuh der Spielerin auf 2B. Sie macht Hugo an 2B aus, aber für ein Double Play reicht die Zeit nicht mehr. Braima schlägt ein Double ins Outfield, das Alex scort. Leo folgt mit einem Double down the line, das Braima scort. Juri zieht einen Walk, Oskar wird von einem Pitch getroffen und Keanu schlägt ein Single. Es folgt Moritz, der mehrmals foult und dann einen Grounder zum Pitcher schlägt: Out an 1B, aber ein Run kommt rein und es gibt einen RBI. Im At-Bat von Shima unterläuft dem Pitcher ein Wild Pitch und der fünfte Run kommt rein. Wir führen mit 5:1.

2018 06 01 Sluggers 1

Unsere Umpires Oskar und Elias

2. Inning

Hugo pitcht weiter und will erstmal nix mit seiner Defense zu tun haben: Walk, Strikeout, Strikeout, Walk (wegen zweier Passed Balls und einer weiteren Stolen Base kommt der erste Batter rein). Dann soll die Defense ran, Braima fieldet gut an 3B, aber sein Wurf war nicht zielgenau und wird als Error gescort. Leo an 1B hätte bei diesem Wurf die Base verlassen sollen, denn ohne Ball kann er sowieso kein Play machen. Immerhin: Moritz in Right Field lief Backup! Das machen unsere Outfielder seit Regensburg öfter! Hugo will also die Defense nicht mehr beteiligen und macht einfach ein Strikeout fürs 3. Out. Ein Run ist drin.

Wir sind am Schlag und Shima kann endlich ein At-Bat zu Ende bringen: Single, gefolgt von Hugo mit einem Single. Dann schlägt Alex, was im Team-Jargon eine Bombe genannt wird: der Ball fliegt genau Richtung Centerfield und schlägt etwa einen Meter vor der Zaunlinie auf (ohne Zaun rollt er durch und wird als Ground-Rule-Double gescort, mit Zaun wäre das sicherlich ein Triple oder ein Inside-the-Park-Homerun). Der Ball hat übrigens beim Wiedereintritt in die Atmosphäre Geräusche macht, falls ihr das beim Jubel raushören konntet. Braima folgt mit seinem zweiten Double, ebenfalls ein Monster-Shot Richtung Left Field, dem nur 3-4 Meter bis zum Zaun fehlten.

Die Sluggers haben ihren Pitcher genug leiden lassen und wechseln. Leos Keule rutscht am Ball ab, so dass der nur drei Meter Richtung 1B kullert. Der Pitcher will ihn fielden, rutscht dabei aus und berührt den Ball, der ohnehin dabei war, weit vor der 1B ins Aus zu rollen (was dann ein Foulball wäre). So ist der Ball durch die Berührung live und Leo, weil er mind. bis zur 1B lief, safe auf 1B. Juri folgt mit einem Double down the line und 5 Runs sind drin. Wir führen 10:2.

3. Inning

Hugo hat seinen Job gemacht: 2 Innings pitched, 2 Runs, 2 Hits, 2 Walks, 5 Strikeouts. Jetzt kommt Alex, der in diesem Jahr regelmässiger pitcht als im letzten Jahr. Und das kann man sehen, dass er sich da besser fühlt. Aber der erste Batter kommt per Single rauf und klaut sofort 2B. Ein Wild Pitch später ist er auf 3B und kommt rein, als Alex den nächsten Batter dazu bringt, ein Groundout zu Keanu an Shortstop zu schlagen. Jetzt hat Alex genug gesehen und macht den Rest alleine: Strikeout, Walk, Strikeout.

Beim At-Bat des ersten Strikeouts gab es übrigens einen Rain Delay von 31 Minuten. Danach startete der Batter mit 1-1. Ein Schwung, ein Call und er hatte eigentlich 3 Strikes, aber die Umpires waren auch noch ganz verstört vom Regen an diesem schönen Sonnentag. Alex warf einfach noch einen Strike und hatte sein Strikeout, wenn auch 4 Strikes nötig waren. Dies ist keine Kritik an unseren beiden Umpires Elias und Oskar (aus dem Jugend-Team, gebucht von den Flamingos, die eigentlich für die Umpires zuständig waren). Es ist nur ein Kuriosum am Rande.

Alex’ Pitching Line sieht so aus: 1 Inning pitched, 1 Hit, 1 Walk, 2 Strikeouts. Beide Pitching Lines ähneln sich sehr, beide Pitcher sind auch sehr ähnlich und sehr gut, betrachtet aus der Batters Box. Und wir haben noch Pitcher mit Erfahrung wie Keanu, Braima und Juri, die demnächst öfter eingesetzt werden sollen, sowie Leo, der Pitchen trainiert, aber noch auf seinen ersten Einsatz wartet.

Wir sind dran mit Schlagen: Oskar setzt seine gute Saison fort und schlägt gleich mal ein Double. Coach Sven sieht schon die Mercy-Rule am Horizont aufsteigen und erinnert sich, wie gut Keanu im Training gebuntet hat. Keanu nimmt auch solche Dinge ernst und übt sie, wo andere oft nur drauf hauen wollen. Also ordert Sven einen Sacrifice Bunt an, bei dem Keanu buntet und sich opfert, damit der Runner auf die nächste Base kommt. Dafür zählt dieser Sac-Hit nicht gegen die Schlagstatistik. Moritz foult mehrfach und zieht dann einen Walk, während Oskar während eines Wild Pitches schon mal rein kommt. Shima schlägt ein Groundout zur 2B. Hugo sieht nichts Brauchbares, Alex folgt mit einem weiteren harten Hit über den Kopf des Right Fielders, der ihn wegen der Stopzeichen von 3B-Coach Sven für Hugo aber auf 1B hält. Moritz kommt aber rein. Braima folgt mit einem Single, Leo mit einem Strikeout. Zu dem Zeitpunkt war aber unser 13. Run schon drin und somit griff im 3. Inning die Mercy Rule: Ballgame für die Roadrunners!

Das ist schade für unsere drei Auswechsler Mats, Jasper und Theodor, die nämlich im 4. Inning hätten spielen sollen. Manchmal gehen die Spiele schneller vorbei, als man glauben mag. Aber wir haben ja noch 9 Punktspiele vor uns, Leute. Ihr werdet eure Einsätze schon kriegen.

2018 06 01 Sluggers 2

Das Team nach dem Sieg

Fazit

Das Lineup hatte 12 Hits, 3 Walks und 1 Hit-by-Pitch. 6 der Hits waren Doubles, mehrere davon Ground-Rule, weil unser Zaun fehlt (mit Zaun gibt’s keine Ground Rule und das wären erfahrungsgemäß mind. Triples). Im Lineup gibt es keine einfachen Outs mehr - alle wollen schlagen und schwingen und arbeiten sich an den gegnerischen Pitchern ab. Unser Pitching ist für U12 wirklich gut. Unser Fielding ist ziemlich zuverlässig. Es gibt nicht viel, was wir nach so einem Spiel verbessern müssen - einfach nur genau so weiter mehrfach die Woche weiter trainieren, Spaß als Team haben und ohne Druck unseren Stiefel runter spielen. Dann wird alles gut, liebe Leute!

Bester Pitcher: Algo/Huex (beide Pitching Lines waren zu ähnlich)

Bester Hitter: Braima (3-3 mit 2 Doubles, 1 Single)

(alle anderen hatten Hits, teilweise Bomben)

Danke an unseren Gegner für ein gutes Spiel, das sie tapfer über sich ergehen liessen. Am Ende sind einige unserer Spieler zu den Sluggers ins Dugout gegangen, um zu sagen: „Kopf hoch, Leute!“. Man kennt sich von der Auswahl Berlin-Brandenburg und geht sorgsam und nett miteinander um. Das hat mir gefallen!

Danke an unser Catering-Team Julia, Kerstin und den nimmermüden Andreas. Danke an die beiden Umpires Elias und Oskar! Danke an die Aufbau- und Abbau-Leute Torsten, Wolfgang, Anja P und Kerstin. Danke an den wirklich coolen Typen, der da gescort hat für uns - was für eine geile Brille und was für ein Regenschirm! Danke an Henning, der den Regenschirm hielt. Danke an die Coaches im Dugout. Danke an Claudia für Ruhe im Dugout, sehr gut lesbare Lineup-Cards und Fotos. Danke an die Zuschauer (auf dem Scoresheet stehen 60). Danke an Mats, Jasper und Theodor für gute Laune im Dugout!

Fotos habe ich leider keine erhalten.

  1. Die lieben Fußballer zum Beispiel haben’s da viel einfacher: fast niemand sieht, wer den eigentlichen Fehler macht. ↩︎

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