Fazit der DM U12-Baseball in Paderborn

Dies ist ein Bericht über die Fahrt unserer Schüler-Teams nach Paderborn zu den Deutschen Meisterschaften. Unser Team ist in einem anstrengenden Finale gegen die Berlin Rams Berlin-Brandenburger Meister geworden (Final-Spiel 1, Final-Spiel 2, Final-Spiel 3).

Dieser Bericht über unsere Fahrt zur DM besteht bislang aus fünf Teilen:

Abfahrt

Wir hatten also auch unser letztes Spiel verloren. Das einzig Gute daran war, dass wir nun kein Platzierungsspiel mehr vor uns hatten. Wir hätten ohnehin nicht mehr gewusst, wer von unseren Spielern hätte pitchen sollen. Und eventuell konnten wir ja eher losfahren und die 470km hinter uns bringen und einen gemütlichen Abend haben und Baseball auf MLB.tv kieken?

Einige von uns mussten schnell weiter, weil sie am Montagmorgen auf Klassenfahrt nach England fuhren. Diese drei Kinder fuhren sofort mit einem zugehörigen Papa ab.

Wir anderen mussten uns fragen, ob eine Abfahrt bei Tageslicht (Vorteil) die Nachteile aufwiegen würde: die besten Spiele kommen logischerweise am Ende, weil dort die besten Teams aufeinander treffen, auch für uns gab es einen Pokal usw.

Also blieben wir, um uns zumindest das Endspiel anzusehen (Stuttgart gewann mit sehr starkem Hitting, Regensburg spielte wie geschockt, nur ihr 1B-Man drosch die Bälle durchs Stadium, im Feld hatten sie Pech oder machten haarsträubende Fehler). Das Endspiel endete mit Mercy Rule, aber das Spiel um Platz 3 dauerte noch an.

So fuhren wir letzten Endes mit gesplitteter Karawane zurück: die einzeln angereisten Leute in ihren Autos, die beiden Busse getrennt. Einige blieben bis zur Siegerehrung, bevor sie sich auf den Weg nach Hause machten. Gegen 1:15 Uhr am Montagmorgen war das letzte Fahrzeug wieder zurück in Berlin.

Fazit

Was können wir lernen? Ich hatte auf zwei Siege gehofft. Ich fand unser Team stärker als das Team vor zwei Jahren, das zur DM fuhr. Aber die gewannen 1 Spiel, wir dieses Mal gar keines.

Mir fielen während des Turniers die folgenden Dinge auf:

Wackelige Defense: Wir machten viele Fehler, mehr als die Scorer uns aufschrieben. Das Markenzeichen dieses Teams in der aktuellen Saison war die knallharte Verteidigung, der „Iron Curtain“ im Infield, die Berliner Mauer, wenn man so will. Diese gewohnte Defensivleistung konnten wir im Turnier nur manchmal abrufen, meistens nicht. Es gab Lichtblicke und es gab viel Schatten.

Schwaches Hitting: Hugo hat am konsistentesten geschlagen, aber selbst bei ihm kam nur 1 Ball aus dem Infield. Alex hatte anfangs Probleme, aber am Ende seinen Schwung gefunden. Luke war einfach glücklos - es lag nicht an seinem Schwung oder seiner Einstellung. Er hatte manchmal Pech. Markus musste sich erst durch sieben Strikeouts kämpfen, bevor sein Timing wieder da war. Jannik und Braima haben aus ihren Möglichkeiten das gemacht, was wir kennen. Aber alle brachten die Keule nie zum Singen, wenn sie den Ball traf. Es gab immer nur so ein sanftes, feuchtes Plopp!, wenn der Ball geschlagen wurde, statt dem sonst oft zu hörenden, hohen Jaulen der Keule. In den ersten drei Spielen hatten wir 24 Strikeouts in 61 At-Bats, viel zu viel.

Das Pitching war OK, fand ich. Sven (Oskars Vater) zählte die Strikes und Balles und die meisten unserer Pitcher lagen über 60%, sogar bis zu 72% Strikes. Damit kann man leben.

Vielleicht waren wir zu müde wegen der langen Anreise oder wegen der frühen Wecktermine (jeden Tag vor 7 Uhr aufstehen). Bei einigen hatte man das Gefühl, sie hatten vergessen, wie man Outs macht und wo genau, die Spieler wirkten unkonzentriert oder völlig überrascht. Lag das an der langen Sommerpause oder am frühen Aufstehen und mehreren Spielen pro Tag?

Was können wir nächstes Mal besser machen? Wir müssen besser über den Sommer kommen, so wir denn jemals wieder zu einer DM fahren. Die Spieler sollten Baseball im TV schauen und mind. einmal pro Woche ein paar Bälle werfen. Unser eigenes Camp ist ganz gut gewesen, der alte und neue Deutsche Meister, Stuttgart, schickte die meisten seiner eigenen Spieler zu den DBA-Camps UND zu einem eigenen Camp. Wir bräuchten mehr Testspiele, um im Schlagrhythmus zu bleiben, und idealerweise ein Testturnier (das sollten wir sowieso machen, weil Turniere spielen immer Spaß macht und gut fürs Team ist).

Und wir alle sollten weniger tuscheln und meckern. Ich weiß, ich auch.

Aber am Ende des Tages und des Sommers und des Turniers und dieser Beitragsreihe zur DM U12 2017 bleibt mir nur folgendes zu sagen:

Es hat riesigen Spaß gemacht! Es war toll, als Meister zur DM zu fahren - für mich als Co-Coach, als Papa, als Besucher eurer Spiele. Ihr habt eine wirklich gute Saison gespielt und die Teilnahme an diesem Turnier war der Saisonabschluß. Ich fand die Stimmung dort toll, im Team, auf den Rängen, in den Bussen, zwischen den Eltern, die da waren, zwischen allen Coaches, in der Jugendherberge. Ich fand, das Team sah aus, als ob es auch riesigen Spaß hatte, von der Abfahrt bis zur Rückkehr.

Danke an alle Teilnehmer, von den Scorern unserer Spieler, bis zu den Leuten, die beim Platzbau halfen, über alle Coaches aller Trainingseinheiten, an die Fahrer, Caterer, Umpires, Papas, Muttis und wer sonst immer uns geholfen hatte, hier her fahren zu dürfen!

Danke an euch Spieler! Das war eine tolle Saison!

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