Spiel 4 (Bonn) bei DM U12-Baseball in Paderborn

Dies ist ein Bericht über die Fahrt unserer Schüler-Teams nach Paderborn zu den Deutschen Meisterschaften. Unser Team ist in einem anstrengenden Finale gegen die Berlin Rams Berlin-Brandenburger Meister 2017 geworden (Final-Spiel 1Final-Spiel 2Final-Spiel 3).

Dieser Bericht besteht aus mehreren Teilen:

Spiel 4 - Bonn Capitals

Nach der dritten Niederlage im dritten Spiel häufte sich rund ums Team etwas Unmut, fand ich. Alle sprachen miteinander, was wir hätten besser machen sollen (mich eingeschlossen). Ich selber hatte auf zwei Siege gehofft, aber das hätte nur klappen können, wenn wir so perfekt gespielt hätten wie im Finale gegen die Rams.

Nun sind aber Teams in Wahrheit niemals so gut wie im Moment des Sieges, und niemals so schlecht wie im Moment der Niederlage. Das bedeutet, wir sind nicht wirklich so gut wie in den beiden letzten Spielen gegen die Rams, denn dort lief einfach alles perfekt für uns. Und wir sind nicht so schlecht, wie wir es dort bei den Deutschen Meisterschaften wahrgenommen haben. Die Wahrheit über unser Team liegt irgendwo in der Mitte.

Und deswegen, auch an mich selber, folgender Hinweis: Wir sollten nicht meckern und lästern, sondern einfach geniessen, dass wir dabei sind. Das hatten wir uns vorher so vorgenommen, aber nicht ganz perfekt vor Ort umgesetzt.

Ganz besonders habe ich das gefühlt, als wir nach Mittagessen (Hähnchenschnitzel, Kartoffelecken und Bohnensalat) und dem Warmup satt gefuttert und aufgewärmt übers Feld zu unserem Dugout gingen. Neben mir war Sven Podzus und der Moment war einzigartig: die Sonne schien, um uns wurde Baseball gespielt, das Feld duftete und wartete auf unser Baseballspiel. Uns beiden fiel auf, dass dies der perfekte Moment war, dass wir uns nichts Besseres vorstellen können als mit unseren Söhnen und dem gesamten Team Baseball zu spielen. Dabei zu sein, wenn sie kämpfen und (zumindest ab und zu) Großes erreichen. Sie wachsen zu sehen, körperlich und an ihren Aufgaben. Mit diesen Kindern zu arbeiten und zu spielen, in der Hitze eines Sommertages, auf unserem Feld der Träume.

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Bei unserem ewigen Moment sah das Feld so aus

Das wäre unser Traumberuf, fanden wir beide, und wenn es nach uns gegangen wäre, sollte das kommende Spiel nicht unser letztes bei diesem Turnier sein. Wenn wir was zu sagen hätten in diesem Universum, dann wäre dies hier der ewige Moment, der niemals aufhört. Heute: gespielt. Morgen? Werden wir spielen! Übermorgen? Noch ein Spiel. Und immer scheint die Sonne.

Man darf ja wohl mal träumen.

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Unser Dugout von außen (kurz vor dem Spiel)

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Unser Dugout von innen (kurz vor dem Spiel)

Zum Spiel

Dies ist das einzige Spiel, wo ich keine Fotos vom Scoresheet habe. Von daher gibt es jetzt keinen Bericht über den Verlauf. Am Ende gewannen die Capitals recht deutlich mit 9:3.

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Mein Seelenverwandter Sven Podzus zählt die Balls und Strikes unserer Pitcher (und schummelt mal wieder bei seinem Geburtsjahr auf dem Trikot)

Unser Pitcher war Luke, gefolgt nach 21 Batters Faced von Phillip. Alex war wieder Catcher. Phillip anfangs an 1B, Keanu an 2B, Hugo auf Shortstop, Braima anfangs an 3B. Im Outfield begannen Oskar, Jannik in den Corners und Markus in Center.

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Das Team kurz vor dem Spiel

Wir machten wieder einige Fehler: ich erinnere mich an einen Fehler an 1B, an seltsam angelaufene Flyballs im Outfield, an mindestens ein unnötiges Out auf den Bases und einige Überwürfe. Wir machten aber auch einiges richtig im Feld und erzeugten einige Outs.

Beim Schlagen waren wir wieder schlechter als im Spiel gegen Paderborn: soweit ich mich erinnere, standen am Ende wieder nur 4 Hits zu Buche. Woran ich mich (als Papa natürlich) erinnere: Alex hatte endlich seinen Schwung gefunden, wie man ihn kannte, und mehrere Hits, einer davon ein Triple.

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Jannik at-Bat, Luke on-deck und alle Eltern auf der Tribüne

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Hugo kommt beim Triple von Alex um die 3B gerannt

Auf dem Feld war Alex aber immer müder, und auch alle anderen Spieler waren nicht immer wach: Alex versuchte als Catcher, Bälle neben der Zone mit dem Handschuh seitlich zu fangen, statt sich mit dem Körper hinter den Ball zu bringen. Braima verschlief einen Wurf auf 1B, als er dort spielte. Die Outfielder nahmen schlechte Routen zu den Flyballs und machten auch keine perfekten Würfe zurück ins Infield. Infielder wussten nicht immer, wo Outs möglich waren, und verpassten so einige Outs. Und wie gesagt: auch auf den Bases vergeudeten wir Outs (ich erinnere mich zumindest an Hugo, der bei einem Flyout die First Base verliess, weil er und/oder der Basecoach dachten, wir hätten schon 2 Outs).

So ein Turnier mit vier Spielen in zwei Tagen ist anstrengend. Die Anreise über knapp 500km ist anstrengend. An beiden Tagen vor 7 Uhr aufstehen und ab 8 Uhr Warmup machen, ist auch anstrengend. Und drei Niederlagen einzustecken, fördert auch nicht gerade die gute Laune.

Ich fand, das letzte Spiel war in Summe unser schlechtestes. Aber da waren wir anscheinend einfach platt. Und eine Rolle spielte es auch nicht mehr. Auch die Eltern auf der Tribüne waren anfangs laut und am Ende immer leiser. Wahrscheinlich waren auch sie müde?

Fazit

Egal. Bonn war gut, wir waren holprig. Das fokussiertere Team gewann. Ich hätte mich gefreut, wenn wir alle ein Spiel so hingekriegt hätten wie wir das in der abgelaufenen Saison mehrfach geschafft haben: fehlerfrei. Auch damit dort bei diesem Turnier alle sehen, dass ihr Jungs dazu gehört. Ich glaube fest, dass ihr dazu gehört. Aber wir hätten’s ihnen allen einmal zeigen sollen.

Aber es sollte halt nicht sein. Die Baseballgötter sind grausam. Aber wisst ihr, woran man wächst? An Niederlagen, nicht an Siegen. Also lasst uns wachsen!

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Wir gratulieren Bonn zum Sieg!

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