Spiel 3 (Paderborn) bei DM U12-Baseball in Paderborn

Dies ist ein Bericht über die Fahrt unserer Schüler-Teams nach Paderborn zu den Deutschen Meisterschaften. Unser Team ist in einem anstrengenden Finale gegen die Berlin Rams Berlin-Brandenburger Meister 2017 geworden (Final-Spiel 1Final-Spiel 2Final-Spiel 3).

Dieser Bericht besteht aus mehreren Teilen:

Vor dem Spiel

Wir waren gut ins Bett gekommen, aber an diesem Sonntag mussten wir bereits um 6:30 Uhr aufstehen. Ich fand es ein bisschen unfair, dass unser Team an beiden Tagen das erste Spiel um 9 Uhr hatte - außer uns ging es nur den Stuttgartern so. Sicherlich spielte bei dieser Entscheidung eine Rolle, dass Stuttgart und die Roadrunners so große Favoriten sind, dass man sie nur bezwingen kann, wenn sie müde sind. Daher also diese frühen Ansetzungen?

Auch nicht ganz optimal fand ich, dass es, weil sich 9 Teams gemeldet hatten, eine Gruppe mit vier Teilnehmern und eine mit fünf Teilnehmern gab. Dadurch ergab sich, dass einige Teams in der Vorrunde drei Spiele hatten und andere vier. Bei den komplexen Batters-Faced-Regeln für Turniere führt das zu einer ungleichen Beanspruchung der Pitcher. Ich verstehe auch, dass es bei neun Teilnehmern nun mal so ist, dass zwei gleich Gruppen entstehen. Aber an der Stelle hätte man auch losen können, dass jedes Team in der großen Gruppe gegen ein Team nicht spielt. Das kann bei Gleichstand zu höllisch-komplizierten Tie-Breakern führen, aber diese Brücke hätte man überqueren können, wenn man an ihr ankommt. Um diese Eventualität zu vermeiden, nimmt man lieber sicher in Kauf, dass einige Teams mehr Pitcher verbrauchen, um in die Platzierungsspiele zu kommen, wo sie dann keine Pitcher mehr haben.

Nun gut. Wir standen also um 6:30 Uhr auf und weckten auch den Rest des Hauses mit (die Teams aus Mainz und Regensburg). Interessante Geschichte am Rande: ein Trainer aus Regensburg erzählte uns, dass die letztes Jahr bei der DM in Berlin eine Spielansetzung um 8 Uhr hatten. Warmup also um 7 Uhr. Anfahrt also um 6:30 Uhr. Frühstück also um 6 Uhr. Aufstehen also um ca. 5:20 Uhr (mit Packen, weil am Sonntag). Nicht ganz perfekt, finde ich, für 10-12jährige.

Es ging los mit Betten abziehen, Bettbezüge aufschichten, Zähne putzen, Klamotten suchen und anziehen, Taschen packen, Taschen in die Busse bringen. Dann gingen wir, mit den niedrigsten Erwartungen, um 7:10 Uhr runter zum Frühstück. Am Vorabend hatte man uns gesagt, dass wir zu spät eine Frühversorgung beantragt hätten - nach einigem Hin und Her bot man uns am Ende an, wenigstens Müsli auftischen zu können, da das eigentliche Frühstück am Sonntag erst um 8 Uhr beginnen sollte. Als wir in den Frühstücksraum kamen, war jedoch bereits alles aufgebaut - und es kam kurze Zeit später ein Eimer Rührei dazu!

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Schlagtraining in Morgengrauen

So waren wir letzten Endes gegen kurz vor 8 Uhr auf dem Platz angekommen, Sachen gepackt und im Bus verstaut, voll gefuttert und aufgeregt. Wir gingen zuerst auf den großen, taufrischen Platz der Paderborner (der rutschig und schlammig war), stretchten uns und warfen uns warm. Infield und Outfield fingen oder fieldeten ein paar Bälle, bevor es um 8:20 Uhr in den Cage ging. Um 8:50 Uhr gingen wir rüber aufs Feld, das wir erstmal alleine für uns hatten. Die Paderborner kamen eine Minute vor Spielbeginn.

Erstes Inning

Wir fingen an mit schlagen. Luis bekam seinen ersten Start beim Turnier, in Right Field. Alex sollte pitchen für uns, dafür war Oskar unser Catcher.

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Luis vor seinem Start in Right Field, noch ein bisschen müde?

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Also entweder war das Rührei schlecht oder Markus hadert seiner Strikeouts (aber das Problem sollte sich ja heute lösen)

Luke schlug ein Single, Hugo ein Groundout zum Pitcher. Alex, der heute an seinem Load arbeiten wollte, weil er gestern wenig oder zu spät aufzuladen schien vor dem Pitch, erlebte ein Strikeout. Bis dahin hatte sich Luke noch nicht bewegen können von der 1B. Keanue kommt per Error des Shortstops auf die Base, der Luke bis Home bringt. Phillip erleidet ein Strikeout und das Inning ist vorbei. Wir führen.

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Oskar vor seinem Start als Catcher

Alex war wild als Pitcher und begann mit einem Hit-by-Pitch. Dann ein klares Out, das Phillip aber durch seine Beine rollen ließ. Dann wieder ein Hit-by-Pitch. Es folgte ein Groundout und zwei Singles. Zwischendrin waren ein paar Wild Pitches und Passed Balls, so dass die Runner auch Home erreichten und Paderborn mittlerweile 5:1 in Führung war. Aber Alex fing sich, wurde langsam warm und erzielte zwei Strikeouts, um das Inning zu beenden.

Zweites Inning

Markus war immer noch in seiner Strikeout-Serie gefangen. Er hatte sein Timing, dass ihn zu einem der gefährlichsten Hitter der Berlin-Brandenburger Liga gemacht hatte, irgendwo in den Sommerferien liegen gelassen. Braima folgte mit einem Single, seinem zweiten Hit im Turnier. Leider sollte er es nicht bis Home schaffen. Oskar erlitt ein Strikeout, Luis schlug ein Flyout zur 1B. Kein Run für uns, auch wenn Braima bei Luis’ Flyout bis zu Home kam (weil man bei zwei Outs immer rennt). Der Scorer packte einen zweiten Run aufs Scoreboard und einer von uns wies ihn darauf hin, dass das nicht richtig sei. Die Paderborner Fans klatschten daraufhin und schrien: Danke, das ist sehr fair. Das ist aber nicht fair, liebe Leute, das ist Baseball.

Alex setzt seine Strikeout-Serie fort: 1 K für den ersten Batter. Dann wurden Alex’ Pitches wieder wild: Walk, Hit-by-Pitch (der Batter nahm den Pitch direkt auf den Rücken, statt sich auf den Boden zu werfen). Es folgte ein Double von Lasse Nixdorf, mit dem Alex und Hugo beim Turnier in Prag gewesen waren. Der nächste Batter schlug in ein Groundout zu Alex, dann ein Flyout zum Shortstop. Inning vorbei, wir liegen 8:1 hinten.

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Alex pitcht: schaut euch die Backen an!

Drittes Inning

Luke beginnt und zieht einen Walk. Hugo folgt mit einem Single. Alex schlägt einen sehr harten Ball die 3B-Linie runter und bringt Luke Home. Der 3B-Man muss sich zur Seite bewegen, kriegt den Ball aber nicht mal berührt, was als Error gescored wird und Alex einen Hit klaut (selbst wenn der 3B-Man den Ball fieldet, was schwer war, weil hart geschlagen, schafft er dann den weiten Wurf zur 1B, bevor Alex dort safe ist? Weil, wenn nicht, dann ist es egal, ob er den Ball gefieldet hätte - bei hart geschlagenen Bällen Richtung 3B gebe ich als Scorer in so einem Fall lieber einen Hit als einen Error). Aber trotzdem: ein Run drin, zwei Runners on, kein Out. Keanu schlägt ein Flyout ins Left Field. Phillip folgt mit einem Single und einem RBI (Hugo kommt rein, Alex kommt bis zur 3B).

Markus arbeitet an seiner Strikeout-Serie und verzweifelt innerlich. Dies sollte sein letztes Strikeout sein, aber die Last auf seinen Schultern wurde immer größer. Braima zieht einen Walk, Oskar schlägt ein Single. Mittlerweile waren auch Alex und Phillip drin, als der gegnerische Pitcher Wild Pitches warf. Braima hatte 2B geklaut und kam bei einem weiteren Wild Pitch rein, bevor Luis ein Strikeout erlitt. Inning over, aber wir hatten fünf Runs erzielt.

In Luis’ At-Bat gab es einen Pitch, der durch die Batters Box kam. Luis warf sich hin, um dem Ball auszuweichen. Ich weiß, dass diese Reaktion instinktiv ist - aber hätte sich Luis wie der Paderborner Spieler gedreht und den Ball mit dem Rücken abgewehrt, wäre er auf Base gekommen und das Inning wäre weiter gegangen, mit unseren drei besten Hittern wieder an der Reihe (im nächsten Inning sollten sie Single, Double, Walk liefern). Luis hat hier keine Schuld, aber es sind diese kleinen Unterschiede, die Innings verlängern können. Einen Ball abkriegen tut weh, sicherlich. Aber getroffen wurden bei uns schon alle Spieler, und leben tun sie auch alle noch. Und der blaue Fleck, so einer entsteht, den müsst ihr einfach als Orden betrachten. Ich weiß, wovon ich rede: beim letzten Training vor dem Turnier habe ich drei Bälle abgekriegt, einen auf die Brust, einen ans Schienbein und einen auf den Rücken.

Es war nicht Alex’ Tag als Pitcher. Er wirft am härtesten im Team, trainiert pitchen aber am seltensten, weil er nämlich immer catcht und am Ende die Zeit um ist usw. Er braucht regelmässiges Pitching wie alle anderen auch, kriegt es aber nicht immer. Das Resultat: harter Wurf, aber eine ständig leicht andere Motion. Das führt zu etwas wilden Pitches. Aber: regelmässiges Training sollte das verbessern. Auch das ist etwas, was wir über den Winter vorhaben - regelmässig mit allen unseren Pitchern arbeiten.

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Danke an unsere treuen Fans!

Die ersten beiden Batter kamen per Walk auf die Base. Dann folgten zwei Singles, bevor ein Flyout ins Left Field. Dann ein Walk und dann ein Flyout ins Right Field, das Luis in seinen Handschuh bekam, aber wieder rauskullern liess - also doch safe. Wegen eines Wurfes über den Cutoff kam der Runner bis zur 2B. Alex hatte seine 21 Batters Faced erlebt und wurde gegen Braima getauscht, der den nächsten Batter per Strikeout erledigte. Dann passierte etwas, was auch der Scorer nicht erfasste (denn auf dem Scoresheet steht dort ein Fragezeichen). Letzten Endes jedenfalls kam der Runner bei einem Passed Ball rum (das kann nur der letzte Pitch des Strikeouts gewesen sein) und versuchte, zu scoren. Der Ball kam von Hugo (der mittlerweile catchte) zu Braima, der den Runner vor Home taggte (weil der zu faul war, zu sliden): Out! Weil Braima kurze Zeit später den Ball fallen liess, diskutierte der gegnerische Trainer noch eine Weile mit den Umps, das Urteil blieb aber stehen.

Viertes Inning

Wir waren nochmal dran mit schlagen: Luke Single, Hugo Double (Luke kommt rein), Alex Walk. Dann Keanu und Phillip mit Groundouts zum Pitcher (Keanus mit RBI). Markus beendet sein Leiden in der Batters Box mit einem Single (das Alex reinbringt) und klaut noch 2B. Braima schlägt ein Groundout zur 1B und das Spiel ist beendet: wir verlieren 9:13.

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Das Team und seine Trainer sagen Danke!

Fazit

Aber wir hatten nur 2 Errors in diesem Spiel (die uns zwei Runs gespart hätten). Paderborn hatte 4 Errors, aber das lag wohl mehr am Scorer als am Spiel, glaube ich. Manchmal scoren Heimscorer Hits für ihr eigenes Team, wo sie den Battern des anderen Teams den Hit durch einen Error ersetzen. Wir hatten aber endlich mal 8 Hits und waren wieder einmal die ganze Zeit im Spiel. Alex hatte seine Motion nicht genug unter Kontrolle, weswegen die Paderborner mit nur 5 Hits das Spiel gewannen. Aber so ist das manchmal. Wenn wir perfekt spielen, haben wir bei einer Deutschen Meisterschaft eine Chance. Wenn wir es nicht tun, eben kaum.

Bester Hitter war Luke mit zwei Singles und einem Walk, gefolgt von Hugo mit einem Single und einem Double. Phillip, Markus, Braima und Oskar hatten auch jeweils einen Hit. Unser Strikeout-Count für dieses Spiel war 6 von 25 (in Summe fürs Turnier somit 24 von 61, immer noch sehr hoch, aber langsam noch ertragbar).

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