Roadrunners sind Meister

Nach Spielen stand es 1:1 gegen die Rams: am letzten Wochenende waren sie in Führung gegangen, wir hatten am Sonnabend ausgeglichen. Das Spiel am Sonntag, 2. Juli, in der Rennbahnstrasse sollte die Entscheidung bringen. 

Wir hatten das Momentum auf unserer Seite, das immer auf der Seite derjenigen Mannschaft ist, die zuletzt gewann. Alle Zweifel waren weggeblasen, die Spieler kamen ganz anders auf den Platz als bei vielen Spielen vorher. Leichtigkeit, wie in der ganzen Woche gepredigt und vorgelebt, war gar nicht nötig. Für uns als Coaches im Dugout fühlte es sich an, als ob dieses Team uns und unsere Psychospielchen gar nicht mehr nötig hatte: sie waren gut drauf und sie waren konzentriert. Weiter rumblödeln, um die Stimmung aufzulockern, hätte das Team nur abgelenkt. Sie haben selber ihren Spaß gehabt: im kommenden Bild seht ihr den On-Deck-Circle, seit Neuestem mit großem R drin. Beim Spiel am Sonnabend war da eine Pfütze und die brachte anscheinend Glück, am Sonntag aber war da keine Pfütze. Also versammelte sich das Team und jeder einzelne goß etwas aus seiner Trinkflasche in das Loch. Das hatte was von Voodoo, oder?

2017 07 05 Meister 1

Gutes Wetter und Konzentration vor dem Warmup

2017 07 05 Meister 2

Coach Sven und Managerin Silke haben gute Laune!

Warum das Team aber nicht der Einfachheit halber das ganze Jahr so drauf sein kann, weiß auch niemand. Aber dieses eine Mal spürte man, sie wissen, wer sie sind und was sie können. Und was sie heute tun müssen, um als Sieger vom Platz zu gehen. Und wenn dieses Team in dieser Stimmung ist, dann ist es selbst für so große Gegner wie die Berlin Rams schwer, was dagegen zu unternehmen.

2017 07 05 Meister 3

Konzentriertes Auf- und Abbauen

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Entspannt vor dem Spiel im Dugout

Lasst uns an dieser Stelle mal über die Rams reden: wir sind ihnen seit dem Winter mehrfach begegnet und was dabei herauskam, war immer spannendes Baseball. Beim Hallenturnier in Lütjensee ging unser Spiel 5:5 aus. Kann sich jemand dran erinnern? Die gesamte Halle hielt den Atem an, weil dieses 5:5 das mit Abstand beste Spiel des Turniers war. Es sah damals aus, als ob die anderen Spiele in Zeitlupe gespielt wurden. Beide Teams spielten exzellent. Und dann sahen wir uns öfter Mal in Berliner Halltenturnieren und auch da spielten wir mehrfach gegeneinander um den Tagessieg. Dann das 7:4 im ersten Saisonspiel: ein Spiel mit mehreren Führungswechseln, das von Anfang bis Ende intensiv und spannend war. Wir gewannen, aber es war klar, dass wir die Rams wiedersehen würden. Die Rams spielen fundamental saubere, überdurchschnittliche Defense - ihr Outfield ist bei den Schülern und in der Jugend das Maß der Liga. Sie haben durchweg sehr gute Pitcher, das war auch am Sonntag zu sehen. Und ihr Angriff schlägt gerne und ist aggressiv auf den Bases. Ich lobe die Rams nicht, um unseren Sieg größer zu machen. Ich lobe sie, weil sie so gut sind, daß sie Angst und Schrecken verbreiten und in einigen Dingen Vorbild für uns sind und weil sie sich am Sonntag als sehr faire Gegner bewiesen haben.

Schaut mal, in der Jugend-Verbandsliga sind eben jene Rams Meister geworden und haben 3 Siege Vorsprung. Das ist, wenn auch verdient, doch irgendwie langweilig. Wir haben eine außergewöhnliche Saison mit am Ende 10 Siegen und 2 Niederlagen gespielt und mussten am Ende durch ein Finale mit drei Spielen, um Meister zu werden. Und wir können uns darüber umso mehr freuen, umso größer der Gegner im Finale war. Und dieser Gegner war groß. Danke an die Berlin Rams, uns zu perfektem Baseball zu zwingen, um gewinnen zu können. Ohne euch, ohne eure Qualität, wäre das nicht so ein Baseballfest und so eine schwere Prüfung geworden. Danke dafür an die Berlin Rams.

Zum Spiel selber: Beide Teams wollten zuerst scoren. Beide Teams wollten solange wie möglich verhindern, dass das andere Team Runs erzielte. Die Rams waren dran: Der erste Batter kam per Error auf die Base, weil Phillip an 1B weit zur Seite ging und dann den Ball zwar aufnahm, aber niemand zur 1B kam, um für ihn zu covern. Der nächste Batter schlug ein Popup, den Alex fing fürs erste Out. Elon, unser ehemaliger Pitcher, schlug dann in ein Double Play (aber nur, weil der Baserunner der Rams sich zu weit von der Base entfernte). Hugo fing Elons Flyout im Outfield, sah, dass der Runner zuweit von 1B entfernt war und warf zu Phillip fürs dritte Out.

Für die Rams fing unser ehemaliger Spieler Elon an, zu pitchen. Und das machte er sehr, sehr gut - so schnell, wie wir es kannten, aber weniger wild. Im 1. Inning liess Elon nix anbrennen: Flyout, Groundout zum Pitcher, Strikeout (aber Alex wehrte sich ordentlich mit drei Foulballs). 0:0 nach dem 1. Inning.

Die Rams sind dran und der erste Batter kommt per Walk auf die Base. Es folgt ein Flyout zur 1B, das Phillip sehr reaktionsschnell gefieldet hat und beinahe noch den Runner Out gemacht hätte. Dann legt Luke, unser Starting Pitcher, noch zwei Strikeouts drauf und das Halb-Inning ist vorbei.

Wir waren wieder dran: Markus schlägt ein Single. Keanu kommt per Error auf die Base und schiebt Markus zur 2B. Phillip erlebt ein Strikeout. Dann schlägt Josh einen Ball Richtung 3B, wo der 3B-Man aber Probleme mit dem Ball hat, was zu etwas Chaos führt. Einen fehlerhaften Wurf später kommt Markus rein und wir führen 1:0. Die beiden folgenden Batter erleben Strikeouts und das Inning ist für uns vorbei. Aber: wir führen - Roadrunners 1, Rams 0.

Die Rams: wir wechseln zu Hugo als Pitcher, der erste Batter kommt per Error unseres Shortstops auf die Base. Der nächste Batter schlägt in ein FC und der Runner ist Out an 2B. Nächster Batter: Error an 3B von uns, weil Markus lange brauchte, um den sich immer noch drehenden Ball zu greifen. Dann wieder ein Schlag Richtung 1B, den Phillip aus der Luft holt und damit das Out macht. Und als letztes ein Groundout zum Shortstop Luke, der ganz sicher zur 1B wirft. Unser Fielding wackelte, aber kippte nicht um.

Wir wieder: Luke walked, Hugo schlägt in ein FC (Defense versucht, Luke an 2B Out zu machen, schafft das aber nicht). Alex schlägt ein Flyout zum Pitcher, Markus folgt mit Strikeout. Zwei Runners drauf, zwei Outs, nur 1 Run hinten. Noch waren die Rams im Spiel. Allerdings hatte Keanu genau jetzt den bislang größten Hit seines Lebens: ein Single, das knapp am Fielder vorbei rauschte und beide Runner rein brachte. Phillip folgte mit einem Single, bevor Josh in ein FC schlug, das Phillip an 2B zum Out machte. Wegen Keanus Hit lagen wir nun mit drei Runs vorne und ich fand, das Team begann, souverän und ruhig zu wirken. Roadrunners 3, Rams 0.

Vorletztes Inning für die Rams: Hugo als Pitcher und das Infield machen sehr kurzen Prozess: drei Groundouts in Folge. Phillip zeigt Stretches an 1B und hält alle Bälle fest. Ich hoffe, jemand hat ein Lehrvideo gedreht, wie man an 1B spielen soll. Die Umpires waren später voll des Lobes über dieses Spiel und hoben Phillip besonders hervor.

Wir starteten mit zwei Strikeouts ins 4. Inning. Dann kam Luke per Error rauf und Hugo schlug ein Double. Alex, der beim Schlagen im gesamten Finale viel Pech hatte, beendete das Inning mit einem Groundout zum Pitcher. 

Das letzte Inning für die Rams, um was zu ändern: Groundout zum Shortstop, Groundout zum Shortstop und schon waren sie runter bis auf ihr letztes Out der Saison. Aber der Batter zog, trotz Full Count, einen Walk. Dann kam der letzte Batter und schlug ein Popup zur 3B, aber Luke kam rüber gerannt und brüllte Markus weg und fing den Ball und der Rest ist Geschichte. Die Feierei ging los!

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Hugo und Phillip fangen an, zu feiern

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Alle strömen zusammen und Phillip wirft Oskar in die Luft

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Auf dem Weg zur 1B

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Sven zeigt es an: das hier haben wir euch zu verdanken!

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Lachen ist gesund: Alex und Hugo

Wir haben das entscheidende Spiel 3:0 gewonnen. Unser Team hat die Rams in den letzten 8 Innings der Saison bei 1 Run gehalten (in diesen 8 Innings hatten die Rams 30 At-Bats, das sind 6 über dem Minimum). Dieses 3:0 war ein No-Hitter, die Gegner hatten keinen Hit erzielt. Unser Team liess den eisernen Vorhang runter und er hielt. Das, meine Freunde, war beeindruckend. 

Niemand weiß, ob alles anders gekommen wäre, hätte der beste Pitcher der Rams mehrmals gepitcht. Am letzten Tag war er gar nicht da. Aber egal, wie gut dieser Pitcher war, die anderen Pitcher der Rams sind auch nicht schlecht. Und er hätte perfekt sein müssen, denn in den letzten beiden Spielen haben die Rams nur 1 Run erzielt. Uns hätten also 3 Runs gereicht, um beide Spiele zu gewinnen. Klar, das Momentum kann anders verlaufen. Aber wer die Spiele gesehen hat, der weiß: nicht mal ein Major League Pitcher hätte was ändern können. Am 1. Wochenende im Juli habt ihr perfektes Baseball gespielt und euch den Meister geholt.

Herzlichen Glückwunsch, Leute! Ihr habt es euch verdient. Ihr habt hart trainiert und in Vorgärten und Wohnzimmern geübt, eure Eltern genervt und uns alle zu Baseballjunkies gemacht. Danke für diese große Saison! Es hat uns allen Spaß gemacht, Teil davon zu sein!

Danke an die Rams für diese großen Spiele. Danke an die Umpires, die Scorer, die Auf- und Abbaucrew und vor allem Danke an das Catering (Andreas, Isabell und Kerstin). Danke an alle Coaches, die dieses Jahr geholfen haben. Danke an alle Zuschauer! DANKE!

2017 07 05 Meister 10

Berliner Schüler-Meister 2017!

 

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