Niederlage im ersten Endspiel

Tja, das hatten sich viele wohl anders vorgestellt. Am Sonntag um 16 Uhr spielten wir das erste Endspiel gegen die Berlin Rams, wenn auch wegen Terminschwierigkeiten auf unserem Platz. Und wir verloren nach Punkten nicht mal so deutlich (mit 4:7), nach den Eindrücken aber völlig zurecht und sehr, sehr deutlich.

Gekommen waren sehr viele Zuschauer. Einige Spieler der Softballteams blieben zum Zuschauen. Es kamen viele Eltern von beiden Teams. Es kamen sogar Trainer, Eltern und Spieler von anderen Teams aus unserem Verein, von den Rams und sogar von anderen Berliner Vereinen vorbei. Das war eine tolle Kulisse, würdig für ein Endspiel. 

Alle sahen für 1,5 Innings ein sehr, sehr ausgewogenes und spannendes Spiel auf zweifelsohne sehr hohem Niveau. Solange stand es 0:0, dann schockten uns die Rams mit einem 5-Run-Inning und gingen in Führung, was sie nicht mehr abgeben wollten. So gesehen, war das Spiel also bis zur Mitte des 2. Innings sehr spannend, danach entschieden.

Was lief schief? Nun, mir sind einige Sachen aufgefallen. Ob ich Recht habe, weiß kein Schwein. Wenn ihr mit Kritik nicht umgehen könnt, lest einfach nicht weiter. Aber wie ich meinen Job als Berichterstatter hier verstehe, sollte sowas alles auch mal zur Sprache kommen. Also los:

  • Wenn wir Bälle ins Outfield schlagen (Wenn! WENN!!! Wir fingen erst an mit dem Schlagen, als wir wütend waren, weil wir unaufholbar zurücklagen), dann spielen die Rams sehr gute Outfield-Defense und fangen die Flyballs und auch mehrere Popups
  • wenn die Gegner Bälle ins Outfield schlagen, scheint es, als ob unsere Outfielder den Ball lieber ins Feld fallen lassen als ihn fangen zu wollen (das geschah drei Mal in diesem Spiel und mind. zwei davon sahen leicht fangbar aus, bei einem dieser Bälle stand der 2B-Man neben dem Outfielder, der die vierfache Distanz zu überbrücken hatte)
  • Unser Infield hatte weniger Aussetzer, aber ich erinnere mich an mind. 2 (3B, SS). Bei einem schaute der Shortstop vor dem Aufheben des Balls bereits in Richtung der Base, zu der er werfen wollte - und prompt blieb der Ball liegen.
  • im 2. Inning haben wir gegen den Starting Pitcher des Gegners, der in der Jugendauswahl und Schülernationalmannschaft spielt, 3 Runners auf den Bases bei 0 Outs. Danach passierte nix mehr, weil der Pitcher eine Schippe drauf legte - und weil wir passiv und brav waren. Gehen wir dabei in Führung, mit einem oder zwei Runs, sieht das Spiel wahrscheinlich ganz anders aus. (In den Majors liegt die Run-Erwartung für 3 on, 0 Out bei ca. 1.85 Runs, am Rande bemerkt)
  • Ähmmm, wie sage ich das, ohne gegen Verbands-Regeln wegen Beleidigung zu verstoßen? Die Strikezone! Mannometer! Die STRIKEZONE! 

Daran mag es gelegen haben. Oder auch nicht, das weiß niemand. Und so gesehen, war der Sieg verdient, denn wir spielen auf diesem Niveau nur mit, wenn wir keine Fehler machen. Und wir haben einige Fehler gemacht.

Nun ist die Meisterschaft aber noch nicht gelaufen. Was spricht für uns?

  • des Gegners Infield machte selber haufenweise Errors, was man von denen auch nicht so kennt
  • wir hatten den besten gegnerischen Pitcher schon fast in den Seilen
  • die Saisonserie gegen die Rams steht nun 1:1 nach Siegen und 11:11 nach Punkten
  • einige unserer Popups blieben fangbar im Infield, alle ihrer Popups flogen immer hinter den Zaun, übers Netz etc. (und sowas ist eben Pech, ändert sich aber vielleicht)
  • nachdem das Spiel eigentlich gelaufen war, fingen Phillip und Josh an, zu schlagen (Josh: langes Flyout, Phillip: Triple). Das war endlich mal so, wie das im Batting Practice immer klappte, aber bislang noch nicht in der Batters Box während eines Spiels. Vielleicht können wir diese Einstellung mitnehmen?
  • wir können uns definitiv steigern, der Gegner vielleicht nicht mehr?
  • Der Juni war unser schwächster Monat mit nunmehr 2 Niederlagen, aber am Samstag ist Juli, liebe Leute! Die Karten werden neu gemischt!

Und außerdem: It ain’t over ’til the fat lady sings!

Und außerdem, 2.: Wie ich bereits ausführte, ist das so oder so eine tolle Saison. Lasst uns das am Wochenende feiern, egal wie das oder die Spiele ausgehen. Lasst uns keine traurigen (oder noch schlimmer: schlechten) Verlierer sein. Lasst uns froh sein darüber, was wir erreicht haben. Und lasst uns endlich mal befreit aufspielen und Spaß haben auf dem Feld (statt Frust, Tränen und Rumgebocke im Dugout, wenn die eigenen Erwartungen nicht erfüllt werden).

Am Sonnabend geht es weiter. Dieses Mal spielen wir zuhause!

Danke an die zahlreichen Zuschauer! Danke an den Gegner, der uns das schwierigste Spiel der Saison lieferte! Das alles wurde unterstützt von einem wirklich tollen Catering: Danke an Katja, Marion und Andreas. Es wurden knapp 25kg Pommes geschält, geschnippelt, zubereitet und vertilgt. Das hatte Volksfestcharakter!

Und natürlich Danke an unser Team, die uns alle hierher ins Endspiel geführt haben.

 

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